Kennen Sie das auch? Sie sind während Ihres Urlaubes am Hafen spazieren gegangen, haben hier und da mal einen kleinen Snack geführt, - da fängt es schon an - Snack? [gesprochen = schnack] Das ist doch was zum Essen, oder?

- AUCH ! -

Hier ist aber gemeint das kleine Gespräch.

Um solche und andere Missverständnisse zu klären, werde ich an dieser Stelle ein kleines ostfriesisches Wörterbuch einrichten. Zum einen aus dem ostfriesischen Sprachgebrauch, zum anderen ein kleines Glossar für Fachbegriffe aus der Seefahrt. Selbstverständlich ist auch hier Ihre Mithilfe erwünscht. Wer ist schon perfekt? Haben Sie vielleicht sogar einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie mir Ihre Anregungen an 

norddeichershantychor@gmx.de

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abbacken

-

Geschirr abräumen

abwracken

- Verschrotten eines Schiffes

achteraus

- hinter dem Schiff, Richtungsangabe, Gegenteil: voraus
achterlastig -

das Achterschiff liegt tiefer als das Vorschiff (Gegenteil: vorlastig)

achterlich - hinterer Sektor, von der Brücke aus gesehen; reicht von querab auf der einen Seite über das Heck bis zu querab auf der anderen Seite; Gegenteil: vorlich
achtern - hinten am Schiff (Ortsangabe); Gegenteil: vorn
Altimeter - Höhenmesser und Gerät zur Messung der Entfernung zum Meeresgrund
Ankerklüse - dickes Metallrohr oder -manschette in Deck oder Bordwand zur besseren Führung von Ankerkette und -trosse; auch Stauhilfe beim Fahren des unbenutzen Ankers
Aqualunge - Lungenautomat
aufbacken -

Geschirr auftragen

aufschießen -

ein Tau (Seil) spiralartig zusammenlegen

aufkommen -

entgegenkommen ("ein Schiff kommt auf")

Back, die - Decksaufbau auf dem Vorschiff, Mannschaftslogis und Tisch (Esstisch)
Backbord - die linke Seite des Schiffes, in Fahrtrichtung gesehen; Gegenteil: Steuerbord
Backschaft - Aufräumen der Tische, Kombüsendienst
Balge, Balje - Waschfass, Eimer, Fahrrinne
Ballast - zur Verbesserung der Stabilität an der tiefsten Stelle im Schiff angebrachtes zusätzliches Gewicht
Beting - einfacher oder doppelter, starker, fest verankerter Pfahl aus Holz oder Metall (meist auf dem Vorderschiff) zum Festmachen von Leinen und Trossen
Bilge - tiefste Stelle im Schiffsrumpf, wo sich das Bilgenwasser sammelt, bis es abgepumpt wird
Bootsdeck - Deck des Schiffes, auf dem die Rettungsboote an ihren Davits hängen
Brücke - eigentlich "Kommandobrücke", geschützter Aufbau vorn, in der Mitte oder Hinten, zwecks besserer Rundumsicht erhöht, beherbergt das für die Navigation des Schiffes notwendige Personal und Gerät
Bug - das vordere Ende des Schiffes, Gegenteil: Heck
Chief -

Bezeichnung für den leitenden Ingenieur

CQD - Seenotruf nach dem Morsealphabet, wurde nur in den ersten Jahren des Seefunkverkehrs benutzt; Später: SOS
Davit - einfacher, schwenkbarer Kranarm an Bord zum Aussetzen von Booten
dwars - quer ab
Echolot - Gerät zur Bestimmung der Wassertiefe
Etmal -

in 24 Stunden zurückgelegte Strecke (Tagesreise)

fieren -

eine Leine oder Kette mittels Winde oder Handkraft ablaufen lassen

Flurplatten -

Metallplatten auf denen man im Maschineraum entlanggeht

Gangspill -

Vorrichtung zum Heben eines Ankers

Gangway - Laufplanke oder Laufbrücke mit Geländer zum Anbordgehen
Gatt - Gatt, Gat und die Verkleinerungsform Gatchen bezeichnen in der Seemannssprache eine Öffnung oder ein Loch. Reffgatchen sind in das Segel eingenähte Ösen, durch die Reff-Leinen geführt werden; Speigatten dienen dem Ablaufen von Gischt durch die Bordwand. Zudem bezeichnet Gatt in Schiffen auch einen Raum, der der Aufbewahrung von Material, Tauwerk und anderem dient, z. B. als Kabelgatt oder als enges Hellegatt tief im Schiffsinneren.
gieren - vom Kurs abkommen
Heck - hinteres Ende des Schiffes, Gegenteil: Bug
Hiev up -

Heben eines Gegenstandes zum Beispiel das Netz hieven (auch Befehl)

Janmaat, der (auch Jan Maat) - Scherzname für einen Berufsseemann auf Segelschiffen, für einen Matrosen, der vor dem Mast fährt.
John; a Sailor-John; Johnny; Johnny-boy - Typ; Kerl; Bezeichnung für einen Seemann britischer Herkunft.
Jonas -

jemand der für alles Unheil an Bord verantwortlich gehalten wird (böser Geist)

Kardeele - Das Kardeel bezeichnet bei der Herstellung von Fasertauwerk wie auch bei metallenen Drahtseilen aus Stahl oder Kupfer einen Bestandteil eines Seils, bzw. seemännisch einer Leine oder Trosse. Mehrere Kardeele (auch Kardeelen) werden zu einer Trosse verseilt bzw. geschlagen. Geschlagene Seile sind meist drei- oder vierkardeelig.
kentern -

Seitliches Umkippen eines Schiffes

Kiel - hölzernes oder stählernes "Rückgrat" des Schiffes, Träger eines Großteils der Rumpfstuktur
Kielschwein   ist im Schiffs- und Bootsbau ein baulicher Längsverband, der über den Bodenwrangen verläuft und dazu dient, dem Rumpf Längssteifigkeit und den Spanten und Bodenwrangen Anbindung zu geben.
Kimm - Horizont
Klüsenrollen - Spulen zur besseren Führung der Festmacher eines Schiffes
Kombüse - Schiffsküche
Kurrleine -

Stahltrosse mit der ein Netz gezogen wird

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Quellenverzeichnis: "Glossar aus dem Buch 'Das Geheimnis der Titanic' von Robert D. Ballad"



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Letzte Aktualisierung  am 23.10.2016